Capitães de Areia

Grupo folclórico de Capoeira

Berlin - Alemanha

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Amrit Mirchi Cinescript

Karneval der Kulturen – Historie

2009 – DIE GESCHICHTE DER CAPOEIRA

In diesem Jahr veranstalteten wir vom 29. Mai – 1. Juni zum zehnten Mal das Internationale Capoeira Festival und erzählten zu diesem Anlass die Geschichte der Capoeira aus der Sicht von drei Zeitzeugen: Zumbí von Palmares berichtete über seine Erfahrungen Ende des 17. Jahrhunderts in Pernambuco, ein Schüler von Mestre Bimba aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts in Salvador da Bahia und eine Schülerin von Mestre Lêo aus dem Berlin von heute.

2008 – BRASILIEN: LAND DER EINWANDERER

Die Herren des Strandes schilderten diesmal vom 9. bis 12. Mai die Einwanderungsgeschichte Brasiliens ab dem 16. Jahrhundert. Brasilien, ein unermesslich großes Land, wurde durch die verschiedensten Nationen bevölkert, von Afrikaner über Asiaten bis hin zu Europäern vermischten sich in die indianischen Ureinwohner zu einer multikulturellen Gesellschaft und integrierten so Sitten und Gebräuche. Bunt und multikulti zogen wir durch die Stadt: Kunst, Musik, Tanz – das ist Capoeira! Pfingsmontag fand die inzwischen traditionelle Capoeira-Roda bei „Rasen in Aktion“ statt. www.karneval-berlin.de

2007 – NAVIO NEGREIRO

In diesem Jahr berichteten wir vom 25. – 28. Mai über die Geschichte der Verschiffung der Sklaven von Afrika nach Brasilien auf dem Sklavenschiff, NAVIO NEGREIRO, über ihre jahrhundertelange Unterdrückung, den Ursprung des Befreiungskampfes und der Kampfkunst Capoeira. Die Capoeira war für viele entlaufene Sklaven die einzige Verteidigungsmöglichkeit in den Quilombos, den Sklaventerritorien, und um sich gegen eine erneute Gefangennahme durch die portugiesischen und holländischen Kolonialherren zu wehren.

Mestre King Kong und Mestre Marinaldo nahmen in diesem Jahr bereits zum dritten Mal am Karneval der Kulturen und am Internationalen Capoeira Festival teil und unterstützten tatkräftig die Performance der Jugendlichen sowie die Formation mit Capoeirista Block, Afro Dance Block und dem Bloco do Povão, der zu den Rhythmen unserer Live Band non-stop die Hüften schwingen ließ.

Unser besonderer Dank geht an das deutsch-polnische Jugendwerk dpjw, das unsere Jugendbegegnung bereits zum dritten Mal unterstützte!

2006 – CARNAVAL ELÉTRICO

Bei unserer 11. Teilnahme am Karneval der Kulturen ging es um das sehr aktuelle Thema Fußball. Die Capitães präsentierten zu Pfingsten, vom 2. – 5. Juni, den Erfolg des fünfmaligen Rekordweltmeisters Brasilien unter dem Thema CARNAVAL ELÉTRICO. Wir stellten aber auch die anderen bisherigen Weltmeister sowie die größten Fußballer aller Zeiten vor. In diesem Jahr auch wieder dabei war Mestre King Kong aus Salvador da Bahia, der die Workshops des 7. Internationalen Capoeira Festivals in der Sporthalle Schöneberg leitete.

Die eindrucksvolle Formation bestand aus den Capoeiristas, der Live Band mit prächtig kostümierten Tänzerinnen und dem Bloco do Povão, in dem sich in Salvador die spontan mittanzenden Fans, die ‚pipocas‘, sammeln. Als Pipocas luden wir in diesem Jahr alle Fußballfans ein, mit ihren verschiedenen Trikots dabei zu sein!

Mit unserer Hommage an die Fans konnten wir in diesem Jahr bereits zum dritten Mal einen Preis entgegennehmen: Den Preis für den SCHÖNSTEN WAGEN.

Wir danken dem deutsch-polnischen Jugendwerk dpjw für ihr Vertrauen und ihre nochmalige Unterstützung unseres Projektes!

2005 – DER NORDOSTEN BRASILIENS

Zur Feier unserer zehnten Teilnahme am Karneval widmeten wir uns vom 13. bis 16. Mai dem Thema „Nordeste Brasileiro“. Wir berichteten über die Kultur und Menschen im Nordosten Brasiliens, ihre Bräuche und ihren Alltag. Unsere eindrucksvolle Formation bestand aus Capoeiristas, einem Maculelê-Block und dem Bloco do Povão, in dem sich in Salvador de Bahia die spontan mittanzenden Fans, die „pipocas“ sammelten.

Wir bedanken uns beim deutsch-polnischen Jugendwerk dpjw für die Unterstüzung unseres Projekts.

2004 – TRIO ELÉTRICO

In diesem Jahr sind wir vom 28. bis 31. Mai auf dem Karneval der Kulturen der Entstehung des Karnevals nachgegangen, wie man ihn heute in Brasilien kennt. Alles begann 1942 in Pernambuco, als Adolfo Nascimento „Dodô“ und Osmar Alvares Macedo „Osmar“ auf ein Konzert gingen, auf dem ein Musiker eine neuartige elektrische Gitarre vorführte. Diese Vorführung wurde jedoch ständig durch technische Schwierigkeiten unterbrochen. Doch Dodô, ein Experte in Sachen Elektronik, hat sich von der Idee einer elektrischen Gitarre inspirieren lassen und entwickelte so, mit Hilfe von Osmar, die sogenannte „baianische Gitarre“. Im Jahre 1950, auf Anfrage des damaligen Gouverneurs von Bahia, spielten die beiden im Karneval auf den Straßen von Salvador, der Hauptstadt Bahias. Das „elektrische Duo“ sah seine Chance und spielte die neuen Gitarren auf einem fahrenden 1929er Ford-Wagen. Der Erfolg war riesig und die Bevölkerung, die dem Wagen tanzend folgte, war mehr als begeistert. Im Jahr darauf  luden Dodô und Osmar ihren Musiker-Freund Temístoles Aragão ein, mit ihnen zusammen zu spielen. Aus dem Duo wurde somit ein Trio. Sie spielten auf einem alten „Pick-up“-Truck, auf dessen Seitenflächen zwei große Plakate angebracht waren. Auf den Plakaten stand in großen Lettern „TRIO ELÉTRICO„. Diesen Namen gaben sich von da an alle Wagen im Karneval, auf denen Musiker diese neue Art Musik spielten.
Die Entstehungsgeschichte des Trio Elétrico setzten wir um mit einer Formation aus dem Tribal-Afro-Dance-Block, den Capoeiristas, dem Maculelê-Block und dem Bloco do Povão. Im letzteren befanden sich in Salvador da Bahia die spontan mittanzenden Karnevalsfans, die auch „pipoca“ (Popcorn) genannt werden. Im Rahmen des 5. Capoeira Festivals organisierten wir eine Fotoausstellung über unsere bisherige zehnjährige sozio-kulturelle Arbeit in der Schöneberger Sporthalle (28./29.5.)

2003 – QUILOMBO DOS PALMARES

Vom 6.-9. Juni nahmen wir zum 8. Mal am Karneval der Kulturen teil. Der QUILOMBO VON PALMARES ragt in den Überlieferungen der brasilianischen Sklavenaufstände als der Ort heraus, an dem sich ein schwarzer Staat entwickelte, der ein Jahrhundert lang unaufhörlichen Zerstörungsversuchen der portugiesischen und holländischen Kolonialmacht widerstand. In den nördlichen Gebirgsregionen von Alagoas und im Süden Pernambucos entstand im 17. Jh. eine neue Gesellschaft mit eigenständiger Ökonomie, Sprache, Religion und einer einzigartigen Familienstruktur. Entflohene schwarze Sklaven, Indios, Weiße und Mulatten entwickelten unter der Führung der Kämpfer Ganga-Zumba und Zumbí eigene Überlebens- und Widerstandsstrategien und die Kampfkunst Capoeira, mit der sich die Republik bis zum Schluss waffenlos verteidigte. Bis heute lebt der Geist von Zumbí dos Palmares in Brasilien und in der Welt der Capoeira fort: An jedem 20. November wird des Nationalhelden gedacht.

2002 – DIE HERREN DES STRANDES

Den 7. Karneval der Kulturen vom 17.-20. Mai zum Thema DIE HERREN DES STRANDES als Hommage an JORGE AMADO verband Capitães de Areia mit dem 3. internationalen Capoeira Festival. Vier Tage lang stand der brasilianische Kampftanz mit seiner mitreißenden Energie im Mittelpunkt vieler Capoeiristas aus aller Welt. Highlight des Festivals und des Karnevals der Kulturen war der Besuch von Mestre João Pequeno, der letzten lebenden Legende der Capoeira Angola und Mestre Emm, dem Begründer der Gruppe Capitães de Areia in Brasilien. Mehrere Mestres kamen mit ihren Schülerinnen und Schülern aus London, Amsterdam, Nürnberg, Polen, der Schweiz und anderen Berliner Capoeira-Gruppen, um den hohen Besuch aus Brasilien „live und in Farbe“ zu erleben.

Leider hatte der Wettergott kein Einsehen mit den Aktiven und Zuschauern des Karnevalsumzuges. Aber trotz – oder gerade wegen – des strömenden Regens ließen sich die Capitães de Areia und ihre zahlreichen Gäste die gute Laune nicht verderben. Wie in jedem Jahr wurde wieder viel Liebe und Mühe in die farbenfrohe Gestaltung des Umzugswagens gesteckt: Der Pelourinho – Salvador da Bahia als Kulisse für das diesjährige Motto, eine Hommage an Jorge Amado, einem der bekanntesten Schriftsteller Brasiliens, der es wie kaum ein anderer verstand, mit seinen Worten das Leben in Bahia widerzuspiegeln. Eines seiner erfolgreichen Bücher hat unserer Capoeira-Gruppe den Namen verliehen: Capitães da Areia – Die Herren des Strandes. Jorge Amado wurde schon vor einigen Jahren zum Ehrenmitglied von Capitães de Areia ernannt.

„Reggae-val“ statt „Carnaval“ kündigte Ras Ciro Lima de Trindade während des Karnevalsumzuges an, der als Meisterschüler seinen Mestre João Pequeno nach Berlin begleitete. Zusammen mit Gil Felix und seiner Banda Passo 48, direkt aus Salvador, auf dem Trio Elétrico heizte er mit afro-brasilianischen Rhythmen den Karnevalisten so richtig ein. Die Begeisterung schwappte spürbar auch auf das Publikum am Wegesrand über, dem Umzugswagen folgte ein Meer von Menschen, die sich von der Lebensfreude der Capoeiristas anstecken ließen.

>> zu einem Interview mit Mestre João Pequeno, Mestre Emm und Mestre Ciro Trindade

2001 – DIE ALLERHEILIGENBUCHT

BAHIA DE TODOS OS SANTOS – Die Allerheiligenbucht im brasilianischen Salvador da Bahia steht bildhaft für die Geschichte des dortigen Straßenkarnevals.

Die „Herren des Strandes“ erzählten vom 1. – 4. Juni aus der Geschichte Bahias, von den Orixás, dem ideellen Reichtum des religiösen Synkretismus und von der Geschichte des dortigen Straßenkarnevals.
Das Trio Elétrico spielte live und wurde von den Capoeiristas, kostümierten Tänzerinnen und einem Afro-Bahia-Orixás-Block begleitet. Dabei waren auch Capoeira-Meister und Schüler, die am 2. Internationalen Capoeira Festival teilnahmen, das ab dem 1. Juni in der Schöneberger Sporthalle stattfand.

2000 – AMAZONAS: MÄCHTIGSTER STROM DER ERDE

Der Karneval der Kulturen fand im Jahr 2000 wieder zu Pfingsten vom 9. bis 12. Juni statt. Zusätzlich zu einem Wagen mit brasilianischer Livemusik waren dieses Mal auch Capoeira-Workshops und Vorführungen im Rahmen des 1. Internationalen Capoeira Festivals und 2. Batizado vorgesehen.

Der Amazonas ist nicht nur der größte Fluß der Erde: die Entdeckung riesiger Lagerstätten an Bodenschätzen und des größten Festlands-Ölvorkommen der Welt, die Fortschritte in der Erforschung pharmazeutischer Wirkstoffe und das weltweite Interesse am Schicksal der Urbevölkerung – all das sorgt für Unruhe am Amazonas.

Die großflächigen Rodungen des Regenwaldes verursachen Bodenerosion und führen allmählich zur Versandung des Amazonas. Es ist höchste Zeit, dieser Zerstörung Einhalt zu gebieten. Es muss uns allen klar werden, dass es eine Aufgabe für die ganze Menscheit ist, den letzten großen tropischen Regenwald und den größten Strom der Erde zu retten.

In diesem Jahr gewannen wir auf dem Straßenumzug den Preis für den SCHÖNSTEN WAGEN .

1999 – DIE INDIOS IN AMAZONIEN

Der Auftritt der Capitães auf dem Karneval der Kulturen am 23. Mai wurde von uns unter dem Thema „DIE INDIOS IN AMAZONIEN“ organisiert. Der von vielen ehrenamtlichen Helfern dekorierte Wagen repräsentierte ein Stück Urwald in Amazonien. Unsere Gruppe gewann in diesem Jahr den ERSTEN PREIS IN DER GESAMTWERTUNG.
Der Beitrag war eine Hommage an die „Tribal Resistance“, den Widerstand der Indiostämme Amazoniens und Afrikas gegen ihre Vernichtung und an die heute noch lebenden Indios. Die „Herren des Strandes“ stellten das Thema zu afro-brasilianischer Percussion dar. Kinder und kostümierte Rollstuhltänzer begleiteten den Wagen. Sie waren bemalt mit der roten Naturfarbe Orocum, die direkt aus dem Amazonasgebiet kommt.

Die Durchführung des Projektes war uns nur aufgrund der vielen ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitglieder und anderen Helfern möglich. Die Finanzierung erfolgte ausschliesslich über die Unterstützung durch unsere Sponsoren.

1998 – AMAZONIEN: DIE LUNGE DER ERDE

Salve o planeta Amazonia! Die Zerstörung des Lebensraumes der Indios schreitet immer weiter voran. Die „Herren des Strandes“ setzten sich gemeinsam mit zahlreichen Rollstuhltänzern, Kindern und Senioren am 31. Mai unter dem Titel AMAZONIEN: Die Lunge der Erde für den Schutz der Natur und ihrer Bewohner ein.

Mit zunehmendem Einfluss der Zivilisation hat sich das Bild gewandelt: Der Regenwald, den man wegen seiner riesigen Sauerstoffproduktion auch die „grüne Lunge der Erde“ nennt, ist an vielen Orten verwüstet, verbrannt und ölverschmiert. Den dort lebenden Indios wird damit die Lebensgrundlage entzogen. Darauf wollten wir hinweisen.

1997 – TROPISCHER REGENWALD AM AMAZONAS

Unter dem Thema TROPISCHER REGENWALD AM AMAZONAS waren bei den „Herren des Strandes“ die Kostüme von der Flora und Fauna des Regenwaldes inspiriert.

Der tropische Regenwald Amazoniens ist das älteste, reichste, aber auch empfindlichste Ökosystem der Erde. Weitgehend unberührt von eiszeitlichen Klimaschwankungen konnte sich hier in rund 60 Millionen Jahren ein Artenreichtum entwickeln wie sonst nirgendwo: Die Gesamtzahl der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten wird auf mehrere Millionen geschätzt.

Der Regenwald ist aber auch seit langer Zeit von Menschen bewohnt; man schätzt, dass das Gebiet seit ca. 12.000 Jahren besiedelt ist und seit etwa 5.000 Jahren landwirtschaftlich genutzt wird. Allen Indiostämmen Amazoniens ist gemeinsam, dass sie im Einklang mit der Natur leben und keinen Raubbau betreiben.

1996 – SALVADOR DA BAHIA

Ende 1995 wurden erste Gespräche mit allen an der Initiierung eines Karnevals der Kulturen Berlins interessierten Gruppen und Vereinen geführt. Capitães de Areia beteiligte sich von Anfang an mit Ideen und jahrelanger Erfahrung aus dem Strassenkarneval in Salvador da Bahia.

Bereits im Januar und April 1996 fanden Karnevals-Auftaktpartys in der Berliner Kulturbrauerei und in der UFA-Fabrik statt, bei denen wir mit Musikauftritten und Capoeira-Shows vertreten waren.
Am
15. Mai wurden wir eingeladen, das Konzert von OLODUM in der Arena mit einer Capoeira-Show zu eröffnen – Olodum ist eine der bekanntesten brasilianisch-kulturellen Gruppen der Axé Music. Am darauffolgenden Tag, dem 16. Mai 1996, fand der ERSTE KARNEVAL DER KULTUREN in Berlin-Kreuzberg statt.
Sowohl vom Publikum als auch von den beteiligten Künstlern aus aller Herren Länder gab es einen ausserordentlich großen Zuspruch zu dieser Veranstaltung. Jede der teilnehmenden Gruppen konnte dabei auf ihre eigene Art und Weise zeigen, wie bei ihnen gefeiert wird.
Mit diesem Konzept können wir Menschen aus allen Teilen der Welt zu uns nach Berlin einladen, denn es handelt sich um Kultur, die sich auf der Straße präsentiert.
Der Karneval der Kulturen zeigt, dass es möglich ist, alle Menschen, gleich welcher Hautfarbe oder Religion, zusammenzubringen.

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