Capitães de Areia

Grupo folclórico de Capoeira

Berlin - Alemanha

Deutsch / English

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Amrit Mirchi Cinescript

Afoxé

Mit dem Candomblé verbundene schwarze Karnevalsgruppe.

Agogô

Musikinstrument; Doppelglocke (zwei verschiedene Töne) aus Metall.

Aluno

Capoeira-Schüler.

Angola

Traditionelle Form der Capoeira, langsamere und bodennahe Bewegungen, keine Akrobatik.

Atabaque

Große, mit Ziegenfell bespannte Holztrommel, die bei der Capoeira-Roda gespielt wird – wichtigstes Instrument des Candomblé.

Ataque

Angriffsbewegung.

Axé

Positive Energie – afro-bras. Grußformel, die gutes Gelingen für alles wünscht, was vor einem liegt.

Axé Music

Axé Music ist ein beliebter Musikstil mit Ursprung in Salvador da Bahia, Brasilien. Das Wort stammt von einem rituellen Gruß und bedeutet „positive Energie/gute Laune“. Heutzutage wird Axé Music von traditionellen Karnevalsgruppen gespielt (Olodum).

Babalorixá

Vorsteher eines Terreiros.

Batizado

Das Batizado, die Taufe, ist eine traditionelle Feier in der Capoeira.

Bateria

Capoeira-Orchester.

Berimbau

Musikbogen mit ausgehöhltem Kürbis als Klangkörper, der in der Roda gespielt wird; es gibt viele verschiedene Berimbau Rhythmen.

Candomblé

Der candomblé verkörpert und vereinigt die verschiedenen Religionen der Schwarzafrikaner und verbindet sie mit den religiösen Überresten der brasilianischen Indianer bis hin zu den vielen Aspekten des volkstümlichen Katholizismus und Spiritismus. In allen Festsälen ist immer auch ein kleiner Altar mit Bildnissen und anderen Gegenständen des katholischen Glaubens zu finden. Diejenigen Gottheiten, die auf dem terreiro verehrt werden, sind jedoch die traditionellen afrikanischen Götter, wie etwa Ogun, der Gott des Eisens, Oxossi, die Gottheit der Jagd, oder Xangô, der Gott über die Stürme und Unwetter. Tupinambá sind die personifizierten Stämme Brasiliens. Es gibt Fantasiegestalten wie Lôko und Juremeiro, die Bäume zu Gottheiten erheben oder auch Boiadeiro, der für eine bestimmte Berufsgruppe steht. Und es gibt auch die Egum, die Seelen der verstorbenen Vorfahren, die einfach alles daran setzen, den Göttern zu gefallen… So entsteht die Verbindung zwischen Menschen, Göttern und Vorfahren. Es handelt sich hier jedoch weder um eine schwer fassbare, rein symbolische und abstrakte Glaubensgemeinschaft wie etwa im Katholizismus, noch um eine flüchtige und zufällige Vereinigung mit den Toten, wie etwa im Spiritismus. Die beiden Welten werden vielmehr im candomblé vereinigt. Die göttlichen Wesen und die Toten gehen unter die Lebenden, hören ihre Probleme an, geben ihnen Rat, vergeben ihnen ihre Sünden, lösen ihre Zwistigkeiten, heilen ihre Schmerzen und spenden ihnen Trost. Die himmlische Welt ist in greifbarer Nähe, die Gläubigen können in direkten Kontakt mit den Göttern treten und durch ihre Güte Hilfe bekommen.
Dies ist der Grund für die außergewöhnliche Kraft des candomblé, der über Jahre hinweg dem polizeilichen Terror und den Hetzkampagnen der Tagespresse erfolgreich widerstehen konnte.

Capoeira

Afro-brasilianischer Kampftanz.

Capoeirista

Capoeira-Spieler.

Cavalaria

(dt. Kavallerie) Dieser Toque wurde von einem Capoeirista gespielt, der sich als Späher auf einem Felsen befand, während die anderen Capoeira spielten. Der Späher warnte die Kämpfenden mit dem Toque Cavalaria auf seinem Berimbau, als Zeichen für den Anmarsch der berittenen Polizei, damit alle sich noch rechtzeitig davon machen konnten, denn zu der Zeit war die Ausübung der Capoeira bei Strafe verboten.

Caxixí

Rassel, die zusammen mit dem Berimbau gespielt wird.

Contra-Mestre

In der Capoeira-Rangliste die Position vor dem Mestre. Um Contra-Mestre werden zu können, werden 25 Jahre Erfahrung als Capoeirista vorausgesetzt.

Corda/Cordel

Gürtel, der dem Capoeirista bei seiner Taufe überreicht wird und das Zeichen für seine Aufnahme in die Welt der Capoeira ist.

Defesa

Defensive Bewegung.

Discipulo

Capoeira-Schüler.

Egum

Seelen der Vorfahren.

Esquiva

Ausweichen; Verteidigungsbewegung: Ausfallschritt zur Seite, oder nach hinten, kann im Stehen (em pé) ausgeführt werden oder bei flachen Angriffsbewegungen auch tiefer positioniert sein, mit einer Hand am Boden abgestützt.

Favela

Armensiedlung, Slum.

Galopante

Galoppierend; schnelle seitliche Bewegung mit der Faust in Richtung Schläfe des Gegners.

Ganga Zumba

Sohn der Prinzessin Aqualtune. Als Führer der größten Gemeinde, der Serra dos Macacos, führte er den Rat der Anführer der Macambos (Gemeinden) an und galt somit als König von Palmares.
Er regierte über 40 Jahre lang, baute das Quilombo dos Palmares zur Festung aus und wehrte erfolgreich zahlreiche Angriffe von holländischer und portugiesischer Seite ab.
Im Alter verlor Ganga Zumba jedoch an Einfluß bei den Kriegern und dankte zugunsten seines beliebteren Neffen Zumbí ab.
Auf Einladung der portugiesischen Machthaber – denen das Quilombo dos Palmares schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge war – ein Stück Land zu besiedeln, das sie Ganga Zumba zur Verfügung stellen wollten, zog er mit einer großen Anzahl Menschen aus Palmares weg und versuchte ein neues Quilombo zu gründen. Zumbí­ jedoch traute den Portugiesen nicht und blieb in Palmares. Es stellte sich tatsächlich heraus, dass die „Gabe“ der Kolonisatoren eine Falle war, der Ganga Zumba mit seinen vertrauten Kriegern zum Opfer fiel.

Ginga

Grundschritt der Capoeira, von port. gingar: sich wiegen – das Tanzelement in der Capoeira, um sich auf seinen Spielpartner einzustimmen und die Ruhe für sein eigenes Spiel zu finden. Ursprünglich von den Slaven als Tanzelement in das Spiel der Capoeira eingeführt um zu Kaschieren, dass es sich um einen Kampf/Selbstverteidigung handelt.

Gunga

Eine der drei Arten des Berimbau. Die Gunga hat den dünnsten Stab sowie den größten Klangkörper und erzeugt die tiefsten Töne. Sie gibt den Grundrhythmus und somit die Spielweise der Capoeiristas an.

Kalebasse

Ausgehöhlter Kürbis, der in drei verschiedenen Größen als Klangkörper beim Berimbau-Spielen fungiert.

Iúna

Toque der Mestres: Iúna wird nur gespielt, wenn Capoeira- Meister und Lehrer miteinanderspielen, dabei wird nicht wie sonst der Rhythmus mit den Händen mitgeklatscht.

Macaco

Affe; rückwärtige akrobatische Bewegung.

Maculelê

Tanzchoreographie mit Holzstöcken; von afrikanischen Sklaven entwickelt.

Macumba

Macumba ist eine afro-brasilianische Religion, die sich aber mehr von ihren afrikanischen Wurzeln gelöst hat und weniger klar umrissen ist als Candomblé.
Oft meint Macumba nur die Vielzahl der in Brasilien lebendigen religiösen Volkstraditionen afrikanischen Ursprungs, die nicht nur auf die Bevölkerung schwarz-afrikanischer Herkunft beschränkt sind, sondern auch weit bis in „weiße“ Bevölkerungsschichten vorgedrungen sind. Macumba existiert oft neben oder in synkretischer Weise zusammen mit dem volkstümlichen katholischen Glauben weiter Teile der brasilianischen Gesellschaft, auch wenn eher an Europa und Nordamerika ausgerichtete Schichten dies oft bestreiten.
Im Macumba spielen Hexenglauben und Fetische eine große Rolle. Nicht nur weiße Magie, sondern auch schwarze Magie gehören ohne Zweifel zu Macumba.
Macumba ist ein sehr negativ geprägter Ausdruck. Wird von jemandem behauptet, er betriebe Macumba, so gilt es für einen christus-gläubigen Brasilianer diesen Menschen zu meiden.

Medio

Eine der drei Arten des Berimbau. Die Médio hat einen mittleren Stab und Klangkörper, erzeugt Töne in der mittleren Lage und spielt den Gegenrhythmus zur Gunga.

Meia Lua

Halbmond; schnell gedrehte Angriffsbewegung, mit einer Hand am Boden.

Mestre

Meister, höchste Rangstufe der Capoeira. Voraussetzung sind mindestens 30 Jahre Capoeira-Praxis.

Mestre Bimba

Begründer der Capoeira Regional. Gründete 1932, noch vor der Aufhebung des Capoeira-Verbots, die erste Capoeira-Schule das „Centro de Cultura Fisica e Capoeira Regional da Bahia“.

Mestre Pastinha

Bedeutender Mestre, prägte erheblich die Capoeira Angola. Gründete 1941 sein „Centro Esportivo de Capoeira Angola“, wie Mestre Bimba in Salvador.

Orixá

Afrikanische Gottheit der Yorubá, die mit den Menschen auf der Erde lebt.

Oxalá

Ranghöchster Orixá, wird von den schwarzen Brasilianern mit Jesus Christus synkretisiert.

Pandeiro

Schellenkranz, Capoeira-Instrument, wird beim Karneval zum Samba-Tanzen gespielt.

Ponteira

Angriffsbewegung mit ausgestrecktem Bein und spitzem Fuß.

Quica

Percussionmusikinstrument, bei dem der Musiker ein mit der Membran der Trommel verbundenes Stöckchen zum Vibrieren bringt, so dass die Quica „jauchzt“ oder „jammert“. Ein Instrument, das beim Karneval gespielt wird.

Quilombo

Freie Republik entlaufener Sklaven; der bedeutendste der Geschichte: Quilombo dos Palmares.

Quilombo dos Palmares

Der Quilombo dos Palmares war, laut Überlieferung, eine autarke Rublik von entlaufenen Sklaven aus den portugiesischen Kolonien in Brasilien, eine Region von der Größe Portugals im Hinterland von Bahia. Zu seinen Hochzeiten um 1670 lebten über 50.000 Menschen im Quilombo dos Palamares. Die Krieger von Palmares, die sich immer wieder gegen Attacken der Portugiesen wehren mussten, waren Experten der Capoeira.

Rabo de arraia

Stachelrochenschwanz; langsame gedrehte Angriffsbewegung, mit beiden Händen am Boden.

Rasteira

Beinstellen; Gegenangriffsbewegung, mit der man das Bein des Gegners wegziehen kann und ihn so aus dem Gleichgewicht und zu Fall bringt.

Reco-Reco

Percussionmusikinstrument, bei dem mit einem Stab über einen gezackten Kürbis gestrichen wird.

Regional

Moderner und schneller Stil der Capoeira, eingeführt von Mestre Bimba, der die traditionelle Capoeira mit anderen Kampfstilen und akrobatische Bewegungen kombinierte und so einen kämpferisch-artistischen Capoeira-Stil schuf. Der Name ‚Regional‘ kommt daher, dass Mestre Bimbo die akrobatischen Bewegungen in der Region kopierte, in der er lebte.

Roda

Runde oder Kreis, bestehend aus Capoeiristas, die den Rhythmus zur Musik mitklatschen und den Chor bilden, in der Mitte spielen zwei Personen Capoeira, die sich immer wieder mit den anderen aus dem Kreis abwechseln.

São Bento de Angola

Einer der vielen Toques in der Capoeira, sehr langsamer Rhythmus, den man in der Capoeira Angola spielt.

São Bento Pequeno

Langsamer Rhythmus der Capoeira Angola.

Synkretismus

Vermischung von Lehren oder Religionen.

Tamborim

Kleine, laute Handtrommel, die beim Karneval mit einem Stick gespielt wird.

Terreiro

Candomblé-Stätte.

Toque

Rhythmus, der mit dem Berimbau gespielt wird.

Trio Elétrico

a) mit Lautsprechern bestückte fahrbare Bühne im bahianischen Karneval.
b) Bloco de Trio: Karnevalsgruppen die hinter einem Trio Elétrico durch die Straßen tanzen;
c) Banda de Trio: Musikgruppe.

Umbanda

Die Umbanda ist eine sogenannte synkretistische oder esoterische Religion aus Brasilien, in deren Zentrum das Verkörperungsgeschehen von Geistwesen sozialer Randgruppen sowie das Gespräch mit ihnen steht. Die Sprache ist das Verbindungsglied zwischen den materiellen und den immateriellen Welten. Geschulte Medien treten in Trance, um sie in ihrem Körper manifestieren zu lassen.

Umbanda grenzt sich sowohl vom Spiritismus nach Allen Kardec (Kardezismus), als auch vom Candomblé ab und integriert in ihrem Glaubenssystem sowohl christliche, als auch hinduistische bzw. buddhistische Werte.

Viola

Eigentlich: Berimbau Viola, die kleinste der drei Kalebassen des Berimbau, 2. Stimme.

Yorubá

a) Volksgruppe sudanesischer Abstammung, die hauptsächlich in Nigeria lebte und deren Mitglieder in großer Zahl nach Brasilien verschleppt wurden; häufig auch als Nagô bezeichnet;
b) Sprache dieser Volksgruppe.

Zumbí

Zumbí­ (1655 – 20. November 1695) war der letzte der Anführer des Quilombo dos Palmares im heutigen brasilianischen Bundesstaat Alagoas. Ein Quilombo war ein Zufluchtsort für entlaufene Sklaven.

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